Wenn Therapieversuche noch nicht zum Erfolg geführt haben
Mehr als sechs Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an einer Depression. Dabei ist Depression nicht gleich Depression – die Krankheit äußert sich sehr individuell. Ob Mann oder Frau, alt oder jung – die Krankheit hat verschiedene Gesichter.
Viele Menschen sind traurig, erschöpft, hoffnungs- und antriebslos und verlieren das Interesse an Dingen, an denen sie bisher Freude hatten. Auch Schlaf- und Essstörungen sowie Konzentrationsschwäche sind typische Anzeichen. Die Ursachen der Krankheit sind nicht endgültig geklärt. Erbliche Veranlagung, belastende Ereignisse und auch Stress können eine Rolle spielen.
Die gute Nachricht: Depressionen lassen sich gut behandeln. Heute sogar noch besser als vor einigen Jahren, denn der Werkzeugkasten mit Therapiemöglichkeiten ist deutlich größer geworden. In der Regel kommt neben der Arzneimitteltherapie sowie medizinischen Verfahren eine Psychotherapie zum Einsatz. Zur Psychotherapie leiten wir Sie nach den ersten Gesprächen in gute und erfahrene Hände weiter.
Die medizinische Behandlung ist so individuell wie die Krankheit. Oft müssen mehrere Therapieanläufe gestartet werden – das geht vielen Menschen so. Es gibt keine „One fits all“-Lösung. Der Weg braucht Zeit und erfordert Geduld. Wir begleiten Sie dabei und auch schwere, sehr hartnäckige Depressionen lassen sich behandeln.
Fachleute sprechen von Therapieresistenz, wenn mehrere Antidepressiva trotz richtiger Anwendung nicht ausreichend angesprochen haben. Der Begriff ist leicht irreführend, denn es gibt auch für diese Fälle wirksame Behandlungsoptionen. Es ist wichtig, nicht die Hoffnung zu verlieren und weiter am Ball zu bleiben. Wir haben viel Erfahrung und setzen auf moderne, wissenschaftlich validierte Methoden.
Esketamin wird in Kombination mit einem oralen Antidepressivum als Nasenspray verabreicht. Die Substanz wirkt anders als herkömmliche Antidepressiva: Der Wirkstoff beeinflusst bestimmte Botenstoffe im Gehirn, insbesondere den Glutamat-Stoffwechsel, und kann so depressive Symptome lindern – manchmal schon nach wenigen Anwendungen. Die Medikamentengabe einschließlich Nachbeobachtungszeit erfolgt bei uns vor Ort in der Praxis. Am Anfang sind die Dosisintervalle recht engmaschig – bei stabiler Einstellung werden die Praxistermine seltener. Sofern die Anwendung von Esketamin innerhalb des vorgesehenen Einsatzbereiches erfolgt, übernehmen alle Krankenversicherungen die Kosten.
Diese schmerzfreie und nicht invasive Methode stimuliert Teile des Gehirns durch ein starkes, pulsierendes Magnetfeld. Die Durchblutung bestimmter Hirnteile verbessert sich und die neuronale Kommunikation wird gefördert. Nach unserer Erfahrung kann dies die depressiven Symptome langfristig lindern. Nebenwirkungen gibt es kaum und falls doch, verschwinden diese in der Regel schnell wieder. Diese innovative Methode wurde in Studien wissenschaftlich untersucht. In den Behandlungsleitlinien wird rTMS als mögliche Therapieoption empfohlen, wenn mit Antidepressiva nicht der gewünschte Erfolg erzielt werden konnte. Von den gesetzlichen Krankenversicherungen wird die noch recht junge Methode ambulant bisher noch nicht erstattet. Die meisten privaten Versicherungen übernehmen die Kosten. Es ist zu empfehlen, die Kostenübernahme vor Therapie mit der Versicherung abzuklären.
Wir freuen uns, wenn Sie mit uns einen Termin vereinbaren!
Wenn Sie bereits in hausärztlicher Betreuung sind, können Sie auch dort um eine Kontaktvermittlung zu unserer Praxis bitten. Lassen Sie sich von Angehörigen oder lieben Menschen aus dem Freundeskreis unterstützen.
Nicht jede Depression ist gleich. Und nicht jede Behandlung darf gleich aussehen.
Sind Sie in einer Notsituation und brauchen kurzfristig Hilfe? Der Sozialpsychiatrische Dienst Füssen berät Menschen in psychischen Notlagen. Die Beratungsstelle finden Sie in Bahnhofsnähe im Sozialpsychiatrischen Zentrum Augustenhof in Füssen. Auch der Krisendienst Schwaben bietet schnelle und wohnortnahe Hilfe.
Es gibt Online-Angebote auf Rezept, sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGAs. Das sind geprüfte Apps und Programme, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Einige von ihnen wurden speziell für Menschen mit Depression entwickelt und ihr Nutzen wurde in Studien untersucht. Alle Ärzt*innen können DiGAs bei Depression verschreiben, auch Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt. Hier finden Sie eine Übersicht aller DiGAs zur Unterstützung der Psyche.
Sie sind nicht allein! Es gibt viele Menschen mit Depression und die Ihr Schicksal teilen. Ein Austausch mit anderen kann trösten und auch Anregungen für den Umgang mit der Krankheit geben. Es gibt viele Optionen und manche sind direkt online und teilweise auch anonym zugänglich. Es lohnt sich, im Internet zu stöbern. Ein hilfreicher Anfangspunkt für die Suche ist die SEKO Selbsthilfekoordination Bayern.
Ich behandle nach dem Prinzip der evidenzbasierten Medizin und bin offen für innovative, seriöse Therapieansätze.
Dr. med. univ. Lukas Leitner
Wir beraten Sie gern zu den Möglichkeiten einer Behandlung in unserer Praxis. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.